Beim Vorlesewettbewerb des Barnim in Bernau

In der Bernauer Stadtbibliothek lasen am Mittwoch, dem 18. Februar 2026, die Gewinnerinnen und Gewinner von 21 Barnimer Schulen um die Wette. Die Schule Finowfurt wurden von Linus aus der 6b vertreten. Und gewonnen hat …

Man weiß es nicht, noch nicht. Die Jury berät gerade im ersten Stock. Im Erdgeschoss warten 21 Kinder auf die Entscheidung. Sie haben die Vorlesewettbewerbe ihrer Schulen gewonnen und sind aus dem ganzen Barnim angereist. Wer wird diesen Kreisausscheid gewinnen? „Der Junge im gelben Pullover hat gut gelesen“, sagt Lydia aus Basdorf. Sie meint Linus aus Finowfurt. „Schlafwagen oder Liegewagen?“ Linus hatte aus Keiner hält Don Carlo auf vorgelesen. „Keine Ahnung, ich liege immer, wenn ich schlafe!“ Die Geschichte war ihm zuerst als Hörbuch begegnet, und weil sie ihm gut gefallen hat, bekam er das Buch geschenkt, aus dem er vorhin vorgelesen hat. Wie alle anderen hatte Linus danach einen unbekannten Text vorlesen müssen, prima vista, auch für Erwachsene eine Hürde. „Einfach Spaß haben“, war Linus’ Ziel für heute, ganz einfach. „Und vielleicht auch Triumph“, fügt er hinzu. „Nach einiger Beratung war es letzten Endes eindeutig“, wird die Juryvorsitzende gleich sagen und verkünden, wer gewonnen hat. Etwa der Junge im gelben Pullover, wie Lydia glaubt?

Den Vorlesewettbewerb lobt die „Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereines des Deutschen Buchhandels“ aus. Wer? Der jährliche Wettbwerb wäre jedenfalls nicht möglich ohne die engagierten Bibliothekarinnen, von denen heute sechs die Jury bilden. Frau Frenzen, die Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, begrüßt die besten Vorleser des Barnim, 16 Mädchen und 5 Jungen, und gratuliert ihnen zum Gewinn ihrer Schulwettbewerbe. Dann geht es los. „Der Teppichboden brannte.“ Im Saal halten die Mamas und die Papas den Atem an. „Zwei weiße Einhörner galoppierten anmutig heran.“ Den Wettbewerb gibt es seit 1959. Es ist also nicht nur die blanke Angst, dass bald niemand mehr ein Buch kauft, die diesen Wettbewerb der Buchhändler hervorgebracht hat. „Dann zerreißt das Schrillen der Alarmglocken die Stille.“ Auftritt der Klassiker: Der Hobbit, Herr der Diebe, Harry Potter zweimal und natürlich die drei Frage- und Ausrufezeichen. Es war und ist die Freude am Lesen, am Vorlesen und am Zuhören. Aber wer hat es jetzt am besten gemacht? Das Publikum – nach drei Stunden – ist erschöpft. Draußen sinkt die Wintersonne. Sagt die App, zu sehen sind nur Wolken.

Die Siegerin kommt 2026 von der Grundschule Basdorf.

Dann bekommt jedes Kind seine Urkunde und einen Buchpreis (klar, wenn Buchändler einen Preis vergeben). Und gewonnen hat schlussendlich: Lydia aus Basdorf. Tusch, Konfetti, Siegerfoto! Sie wird den Barnim in der nächsten Runde vertreten, Glück auf den Weg. Und Linus, der Junge aus Finowfurt, wurde Zweiter, wie auch Luise und Linda, wie Leon und Lindsey, wie alle anderen an diesem langen Tag. Gut vorlesen zu können, dazu kann man allen gratulieren.