„Erste Sahne“, wird Peter Stübner nach dem Schlussapplaus sagen, „so tolle Klassen hat man wirklich nicht oft.“ Ein hohes Lob nach 15, 16 Jahrgängen Bläserklasse in Finowfurt. Auch Victoria hat es gut gefallen. Sie hat ihren Bruder gehört und gesehen; welch ein Glück, dass sie links saß, von rechts sah man nur das Euphonium. Gesehen hat man Louis mit dem E-Bass, aber hat man ihn auch gehört?
Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, fand in der Aula der Schule Finowfurt das Abschlusskonzert der Bläserklasse Jahrgang 6 statt. Ab halb sechs füllte sich die Aula.
Frau Fritsche sitzt am Gang mit freiem Blick zur Bühne, auf der sie ihren Sohn Louis erwartet. Kann sie sich noch an den ersten Ton vor zwei Jahren erinnern? „Der war schrecklich!“ Was? „Ja“, sagt Frau Fritsche, „eine Saite ist rausgesprungen.“ Welche, die Rückseite? „Nein, eine Saite!“ Und dann klärt es sich auf: Es gibt zwei Nicht-Blas-Instrumente im Orchester, Schlagzeug und E-Bass. „Und den“, sagt Louis, „den hatte ich als Erst-Wunsch, weil ich schon zwei Jahre Gitarre hatte bei Herrn Schröter.“ Und heute? Wird die Saite halten? „Der rote E-Bass in der Schule ist der beste“, sagt Frau Fritsche.
In der ersten Reihe sitzt Victoria aus der dritten Klasse. Sie neigt zu ND Theater, vor allem seit sie die Zauberflöte gesehen hat. Aber jetzt steht das Abschlusskonzert ihres Bruders Hannes an, der (oder den) das Euphonium gewählt hat. Mit dabei ist auch Hannes’ Papa, Herr Jansen. Er hat das große Bläserklassenkonzert in Potsdam miterlebt: „Eine dolle Sache, über 400 Kinder dort!“ Hannes konnte er nicht raushören, aber vielleicht heute – mit dem einzigen Euphonium. Hannes, der sich in der Bibliothek für den Auftritt bereitmacht, kann sich an seinen ersten Ton noch erinnern: „Das war kein richtiger Ton“, sagt er, „mehr so Luft.“

Zwei Jahre später steht ein fast einstündiges Konzert an, dirigiert von den Musikschullehrern Elke und Peter Stübner und der Musiklehrerin Frau Strahl. „Ein Instrument zu erlernen ist eine gute Sache“, sagt Herr Jansen. „Es wäre schade, wenn nicht der ein oder andere weitermacht“, sagt Frau Stübner, „das war ein sehr musikalischer Jahrgang.“
Dann erleben etwa achtzig Mamas, Papas, Großeltern und Geschwisterkinder um 18 Uhr den Auftritt der jungen Musiker: Diszipliniert nehmen sie ihre Plätze ein, Bruno begrüßt das Publikum und sagt den ersten Titel an, sehr passend: „Play together“! Mit ihm moderiert Luisa durch den Abend, als wäre nichts einfacher. (Die neuen Saalmikros tragen dazu bei.) Zwischen den Titeln werden mit kleineren Stücke verschiedene Instrumentengruppen vorgestellt, die Trompeten zum Beispiel.

Dann sagt Luise das „Heavy Metal“ an, das schwere Blech: Tuba und Euphonium zusammen mit Schlagzeug und E-Bass. Es ist der Auftritt von Hannes und Louis. Sie spielen im Stehen und sind nun sehr gut zu sehen. „Aber den Bass hab ich nicht gehört“, sagt Frau Fritsche später. Nein? Doch! „Oh“, sagt Louis, „der war noch leise gedreht von den Proben.“ Aber Victoria hat Hannes gehört und gesehen! „Hat er gut gemacht“, sagt sie und ihr Papa stimmt zu: „Super. Richtig toll. Sie machen ihren Job gut!“
Und das Publikum applaudiert jetzt im Stehen, fordert eine Zugabe. „Wir haben da was vorbereitet“, sagt Peter Stübner. So ist es. Zwei Jahre lang haben sie mit den Kindern dieses Konzert vorbereitet, das nun Eltern, Geschwister und Verwandte erstaunt, erfreut und begeistert.

Das nächste Instrumentenkarussel wird sich im Herbst drehen für die Kinder der jetzt noch vierten Klassen. Sie wissen es noch nicht, aber in zwei Jahren werden sie sich auf den Weg machen – von schrecklichen ersten Tönen hin zu einem mitreißenden Orchestererlebnis.






